Australien, März 2025
Australien, März 2025

Frisch aus der Lenkertasche

Goodbye WA - Hello SA

12.02.2025 von röbi

2600 Kilometer Highway war das Ergebnis einer groben Routenplanung für die Fahrt von Albany in Westaustralien (WA) nach Adelaide in Südaustralien (SA). Ein rechtes Stück der Strecke führt dabei durch die baumlose Nullarbor Ebene. Unser bisheriger Velo-Tagesdurchschnitt von 50 km passte nicht so recht zu den 200 km Distanz, die in dieser Ebene von einem Roadhouse zum anderen zurückzulegen ist, um an Wasser, Essen und Unterkunft zu kommen. Deshalb suchten wir nach alternativen Reisemitteln.
Scheinbar ist es jedoch nicht so einfach, WA zu verlassen, denn wir mussten feststellen, dass es nicht erlaubt ist, mit einem Mietwagen die Staatsgrenze zu überqueren. So war die Idee, ein Auto zu mieten, schnell vom Tisch und wir stiegen in einen Bus, der uns nach Perth zurückbrachte. Dort konnten wir unsere Fahrradkartons bei unserer ehemaligen Unterkunft abholen und die Velos damit wieder flugtauglich machen.
Interessant war dann, dass wir einen Inlandflug von Perth nach Adelaide gebucht hatten, dieser jedoch wie ein internationaler Flug mit Pass- und Sicherheitskontrollen im entsprechenden Terminal abgewickelt wurde. Wir schafften es jedoch problemlos auf unsere Jetstar Economy-Sitze und bekamen unser bestelltes Stück Bananabread (ein Favorit unter unseren australischen Snacks) mit Kaffee serviert.
Als wir nach einer butterweichen Landung in Adelaide mit unseren sperrigen Kartons die Warteschlange vor dem Zoll blockierten, wurden wir vom freundlichen Grenzpolizist ohne Umschweife an der Gepäckkontrolle vorbeigeschleust und schon standen wir in der Ankunftshalle - Welcome to South Australia. (Adelaide, Australien)

Munda Biddi - Weg durch den Wald

02.02.2025 von röbi

"Nach Weihnachten hat es viele Idioten auf der Strasse, vermeidet die Highways", war der Ratschlag unserer Landlady, als wir Mitte Dezember in Perth mit dem Ziel, Albany zu erreichen, Richtung Süden losfuhren. Wir wussten, dass ein Mountainbike-Trail existiert, der bis Albany führt, doch wurde davon abgeraten, diesen im Sommer zu befahren, da es im Landesinnern zu heiss werden könnte. Auch konnten wir es uns nicht vorstellen, mit unseren vollgepackten Tourenvelos über Stock und Stein zu poltern.
Nach zwei Wochen auf schönen Radwegen entlang der Küste und auf Pannenstreifen von Highways, auf denen die Autos mit 110 km/h an uns vorbeibrausten, wagten wir uns doch auf den 'Munda Biddi', was in der indigenen Noongar Sprache Westaustraliens 'Weg durch den Wald' bedeutet.
Es begann mit einem Camp im Wald. Neben der solid gebauten, luftigen Hütte, die Schlafgelegenheiten und Schutz vor Sonne und Regen bietet, bauten wir auf einem dafür vorgesehenen, von Bäumen und Büschen umringten Platz unser Zelt auf, um auch vor Mücken und anderem Kleingetier geschützt zu sein. Die Silvesternacht war ruhig, am Morgen weckte uns das laute Gekreisch der Papageien. Dann ging es auf den Trail. Wir balancierten unsere Räder über ein schmales, ehemaliges Eisenbahntrassee, dessen Belag abwechslungsweise aus losem Schotter, festem Waldboden und weichem Sand bestand und immer wieder mit dürren Ästen jeglicher Dicke garniert war. Hoch über uns ein Blätterdach von riesigen Eukalyptusbäumen, das für kühlen Schatten sorgte.
Wir waren begeistert von dieser ersten Etappe und trauten uns nun zu, weiterhin auf dem Trail zu radeln. Nach 605 Kilometern, mehreren Übernachtungen mitten im Wald, vielen sehr steilen Auf- und Abstiegen zu Fuss und schweisstreibenden Sandpassagen erreichten wir Albany - ohne, dass uns ein unvernünftiger Autofahrer etwas anhaben konnte.
Danke allen, die von der Idee bis zur Umsetzung an diesem einzigartigen Trail beteiligt waren und sind.
Der Duft von Eukalyptus wird uns immer an diesen wunderbaren Weg durch den Wald erinnern. (Albany, Australien)

Auf Du und Du mit dem Känguru

25.01.2025 von röbi

Das erste sahen wir auf dem Verkehrsschild als Warnung, das zweite lag tot am Strassenrand, von den nächsten nahmen wir nur noch die Skelette wahr und dann, als wir lange genug in den Süden gefahren waren, hüpften sie eines Tages quicklebendig über ein grosses Feld: die ersten Kängurus, die wir in der Natur beobachten konnten. Von da an sahen wir unterwegs täglich mindestens eines dieser putzigen Tiere und nachdem wir uns auf den Weg durch den Wald wagten, kamen wir ihnen auch immer näher. Wir scheuchten sie frühmorgens auf, wenn sie an unserem Pfad hockten, sie überrannten uns beinahe, wenn wir in ihrem Weg Pause machten, sie hüpften vor uns ins Gebüsch, wenn wir auf der Schotterstrasse daherpolterten, bis wir ihnen im Donelly River Village so nahe kamen, dass wir ihnen übers Fell streichen konnten. Seitdem sind sie unsere Begleiter auf der Fahrt durch den Süden Westaustraliens. Und wenn es Tage gibt, an denen uns kein lebendiges Känguru begegnet, so sehen wir doch eines fotografiert oder gedruckt, zum Beispiel auf der Etikette unserer australischen Lieblingslimonade. (Denmark, Australien)

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